Essen in Asien – Teil 2

Written by Seelmann Consultants on November 30th, 2018. Posted in News, Newsletterarchiv

Schweinefleisch ChinaDie Essenssituation in Asien scheint für viele Reisende immer wieder Irritationen und Unsicherheit auszulösen. Auf der einen Seite sind die Gerichte oft unbekannt, auf der anderen Seite möchten wir keine Fehler in der Etikette machen. Deshalb hier noch ein paar Antworten auf häufig gestellte Fragen.

„Was mache ich, wenn ich nicht mit Stäbchen essen kann?“

Erstens: Das ist kein Problem. Meist bringt man Ihnen gerne Messer und Gabel. Zweitens: Aber probieren Sie ruhig auch, mit Stäbchen zu essen. Das ist gar nicht so schwer – obwohl vielleicht die Metallstäbchen in Südkorea etwas gewöhnungsbedürftig sind. Wenn Sie am Anfang Schwierigkeiten haben, werden Ihre Geschäftspartner lachen. Aber Ihre Gastgeber machen sich nicht über Sie lustig. Das  Lachen soll einfach die Situation entkrampfen. Also: Mitlachen und weiter üben!

„Wie bewirte ich meine indischen Geschäftspartner richtig?“

Das ist in der Tat nicht immer einfach. In Indien gibt es – je nach Religionszugehörigkeit – eine Vielzahl von Speisetabus. Indische Geschäftspartner essen zum einen meist kein Fleisch (auch wenn sie Moslems oder Christen sind, ist der Fleischgenuss gering). Zum anderen kann es auch hinsichtlich des Gemüses Tabus geben. Hier ist die einfachste Lösung, dass Sie mit den indischen Gästen in ein indisches Lokal gehen. Dort können diese dann die passenden Speisen auswählen.

Und wenn Ihre indischen Kollegen länger in Deutschland sind, sollten sie so untergebracht werden, dass sie die Möglichkeit haben, selbst zu kochen.

Achtung: Mit chinesischen Gästen würde ich nicht in chinesische Restaurants gehen. Die sind in Deutschland meist nicht sehr authentisch.

„Warum bekomme ich in China keinen Reis als Beilage?“

Es gilt als Zeichen von Reichtum und Fülle, wenn man die Hauptgerichte einer Mahlzeit ohne Reis serviert. Der Grund liegt darin, dass man in China in der Vergangenheit oft zu wenig zu essen hatte und Reis die einzige Mahlzeit am Tag darstellte.

Deshalb gibt es Reis allenfalls am Ende der Mahlzeit – für diejenigen, die noch nicht satt sind… Seien Sie also vorsichtig, nach Reis zu den Hauptgerichten zu fragen. Ihre chinesischen Gastgeber könnten sonst fürchten, sie hätten nicht genügend Speisen bestellt. Vielleicht ordern sie dann weitere Gerichte.

Auch die Suppe kommt in einem Menü übrigens am Schluss der Mahlzeit.

„Warum soll man in China nicht alles aufessen? Bei uns gilt das doch als Kompliment!“

Man isst auch nicht alles Speisen auf, sondern lässt Reste übrig. Damit signalisiert man dem Gastgeber, dass er  sehr großzügig bewirtet hat und man gar nicht alles essen kann. Früher sah man deshalb in chinesischen Restaurants an vielen Tischen große Mengen übrig gelassener Speisen. Das wird mittlerweile auch als unzulässige Verschwendung angesehen und ist zumindest von der Menge her etwas weniger.

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