Geschenke in Asien: Was Sie (nicht) schenken sollten!

Written by Seelmann Consultants on März 10th, 2015. Posted in News, Newsletterarchiv

GeschenkeDie Frage, ob und was man den asiatischen Geschäftspartnern oder Kollegen schenken soll, ist in den meisten Unternehmen ein Dauerthema. Bei der Auswahl der Mitbringsel für die Asienreise sind viele unsicher. Deshalb finden Sie heute einige Tipps, worüber sich Ihre asiatischen Partner oder Kollegen freuen würden – und Hinweise darauf, welche Präsente Sie eher nicht überreichen sollten.

Asienreisende haben einen Spagat zu bewältigen. Da sind auf der einen Seite die engen und strengen Vorschriften der eigenen Firma. Zu wertvolle Zuwendungen sind verboten, weil man bei uns schnell den Bestechungsvorwurf fürchtet. Auf der anderen Seite wertet der asiatische Partner ein knauseriges Geschenk als Signal für mangelndes Interesse an ihm. Das kann den Aufbau einer guten Geschäftsbeziehung verhindern. Hüten Sie sich deshalb vor allem davor, Werbepräsente der eigenen Firma zu verschenken, vor allem, wenn diese auch noch in Fernost gefertigt wurden.

Geschenke in Asien: Der erste Besuch

Oft muss man Menschen beschenken, die man bisher nur über Mails oder Telefongespräche kennt. Die sicherste Wahl hier sind z.B. Bildbände aus der Herkunftsstadt oder der Heimatregion. Diese gibt es mittlerweile auch in Englisch oder Chinesisch/Japanisch. Daneben sind Mitbringsel aus dem lokalen Kunsthandwerk (Bierkrüge, Hummelfiguren, Souvenirteller etc.) auf dieser Stufe relativ sicher. Nicht immer schätzt Ihr asiatischer Partner hingegen den Geschmack typischer Spezialitäten wie Nürnberger Lebkuchen oder Aachener Printen. Ich würde da zur Vorsicht raten.

Vor allem für männliche Geschäftspartner ist dagegen Hochprozentiges – auch aus der Region – eher geeignet. Achten Sie aber dabei auf die Glaubenstabus Ihrer Partner. Für Moslems in Indien, Pakistan, Malaysia oder Indonesien sind alkoholische Getränke keine gute Idee.

Für einen Besuch in China, Südkorea oder Japan hingegen können Sie einen guten Cognac oder auch lokale Schnapsspezialitäten in Betracht ziehen. Wenn Ihr asiatischer Partner Golfspieler ist, so sind vielleicht der Golfwein und der Golfschnaps des fränkischen Winzers Johannes Deppisch eine außergewöhnliche Alternative.

Geschenke in Asien: Qualitativ hochwertige Geschenke mit Bezug zum Herkunftsland

Wir stufen bestimmte Geschenkartikel zuweilen als kitschig ein. Gerade solche Produkte treffen aber oft den Geschmack der asiatischen Gäste. Je nach Herkunft der deutschen Firma können dies Meißner Porzellan, Swarovski Kristall oder auch Produkte von Käthe Wohlfarth sein.

Geschenke in Asien: Tipps  für langjährige Partner

Bei langjährigen Geschäftspartnern oder Kollegen, mit denen Sie ständig zusammenarbeiten, sollten Sie sich an deren persönlichen Vorlieben orientieren und diese berücksichtigen. Dazu müssen Sie aber die Hobbies oder Interessen Ihrer Partner kennen. Nutzen Sie hierzu die gemeinsamen Essen oder auch Freizeitaktivitäten. Fragen Sie entweder ganz konkret nach den Leidenschaften und Vorlieben oder hören Sie gut zu. Notieren Sie sich, was Ihrem Partner Freude machen könnte. Beobachten Sie, welche Süßigkeiten Ihren Gästen schmecken, wenn diese in Deutschland sind. Solche persönlichen Geschenke treffen mitten ins Herz Ihres asiatischen Partners, denn er merkt, dass er Ihnen wichtig ist, und Sie sich Gedanken machen, worüber er sich freuen würde. Ein Tipp: Viele Asiaten lieben deutsche Autos. Wenn Sie also ein Modell des Traumautos schenken, werden Sie nicht nur bei kleinen Jungs leuchtende Augen sehen.

Natürlich muss auch bei den Geschenken die Hierarchie berücksichtigt werden. Der Inhaber eines Unternehmens erhält ein wertvolleres Präsent als der Produktionsleiter oder die Sekretärin.

Geschenke in Asien: Das sollten Sie nicht schenken!

  • Uhren – Sie signalisieren vor allem in China ablaufende Lebenszeit. Eine Ausnahme stellt die Schwarzwälder Kuckucksuhr dar – aber da gibt es wohl auch Transportprobleme.
  • Messer zerschneiden nicht nur in Deutschland die Freundschaft. Zudem könnten sie als schlechtes Omen für scheiternde Verhandlungen gewertet werden. Allerdings dürften Sie ein rotes, original Schweizer Taschenmesser schenken. Und wenn Sie auch noch einen Cent daran kleben, ist jeder böse Zauber gebannt.
  • Vorsicht bitte auch in fast allen asiatischen Ländern mit Blumen! Bei privaten Einladungen würde die Dame des Hauses an Beerdigung erinnert und vielleicht fälschlicherweise annehmen, Sie wünschten ihr den Tod.
  • Auch Regenschirme haben in China und Singapur die Bedeutung „ich möchte dich nie mehr wieder sehen“. Bitte seien Sie hier zurückhaltend, denn in vielen Firmen gibt es ja Regenschirme mit einem Firmenlogo.
  • Und ein absolutes No Go sind grüne (Trachten-)Hüte oder auch Mützen! Sie sind in China das Symbol für einen betrogenen Ehemann!

Geschenke in Asien: Die richtige Verpackung

Neben dem Inhalt ist die Verpackung z.B. in Südkorea oder in Japan besonders wichtig. In den Ländern selbst sind diese für sich schon kleine Kunstwerke. Achten Sie deshalb immer auf ein hochwertiges Äußeres. Mit den Farben, Rot und/oder Gold sind Sie auf der sicheren, da glücksverheißenden, Seite.

Geschenke in Asien: Das Geschenke-Konto muss ausgeglichen sein!

Bitte denken Sie daran, dass eine Geschenkebilanz ausgeglichen sein muss! Wenn Sie wertvolle Mitbringsel aus Asien erhalten und eine billige Gegengabe machen, nehmen Sie Ihrem Gegenüber das Gesicht. Eine solche Unachtsamkeit kann sogar zum Abbruch von Geschäftsbeziehungen führen. Klar ist auch, dass Sie zu wertvolle Geschenke mit Hinweis auf die unternehmerischen Compliance-Regeln zurückweisen sollten. Andernfalls erwartet der Schenkende ein gleichwertiges Präsent oder ein überdurchschnittliches Entgegenkommen.

Geschenke in Asien: Mein Tipp zum Schluss

Asiatische Menschen sind sehr an den westlichen Kollegen und Lebensverhältnissen interessiert. Deshalb könnten die Asienreisenden z.B. einen kleinen Film von denjenigen KollegInnen im Back Office aufnehmen, die mit den Kollegen nur via Mail oder Telefon in Kontakt sind, und dann als DVD verschenken. Die Produktion eines solchen Mitbringsels ist heute ja kein großer technischer Aufwand.

Und statt einen Jahreskalender mit unpersönlichen Motiven drucken zu lassen, könnten Sie auch Aufnahmen aus der eigenen Firma oder der Region wählen. Auch das ist ein sehr persönliches und individuelles Andenken.

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