Konflikte in Asien – Lösungswege

Written by Seelmann Consultants on März 11th, 2020. Posted in News, Newsletterarchiv

FaustKonflikte in Asien: Immer wieder wird es in der Zusammenarbeit mit asiatischen Kunden, Lieferanten oder Kollegen zu Missverständnissen oder auch Konflikten kommen. Deshalb hier meine Empfehlungen, wie Sie sich im Krisenfall richtig verhalten sollten.

 Konflikte in Asien: Der unabsichtliche Fehler
Beginnen wir mit einem häufigen und oft unbemerkten Fehler: Sie haben Ihren asiatischen Partner unabsichtlich beleidigt. Dies kann passieren, wenn Sie sich zu wenig auf die Denkweisen in Fernost vorbereitet haben oder wenn Sie in die Ähnlichkeitsfalle getappt sind.
Sie sagen beispielsweise zu Ihrem japanischen Gast beim Essen „help yourself, please“. Für einen Japaner klingt diese englische Redewendung aber wie „hilf dir selbst – ich werde es bestimmt nicht tun“.
In diesem Falle werden Ihre Partner zwar irritiert sein. Aber sie erkennen meist auch, dass dies keine absichtliche Zurückweisung Ihrerseits war.
Konflikte in Asien: Ein Neuling macht unabsichtlich einen Fehler
Sorgen Sie bitte im Kundenkontakt dafür, dass unerfahrene Kollegen über die Spielregeln im Asiengeschäft informiert werden. Sonst reißt man Ihnen Ihre bisherigen Erfolge in wenigen Stunden wieder ein. Das geschieht zwar unabsichtlich, kann aber bewirken, dass Sie den Kunden verlieren.
Konflikte in Asien: Das Kunden-Lieferanten-Verhältnis
Wie Sie sich im Kunden-Lieferanten-Verhältnis in einem Konfliktfall verhalten dürfen, hängt davon ab, ob Sie Kunde oder Lieferant sind. Wenn Sie in Asien einkaufen und nicht die gewünschte Qualität erhalten, können Sie dies als Kunde offen und direkt kritisieren.
Ganz anders verhält es sich, wenn Sie die Verkäufer sind. Der Kunde ist in Asien Gott (nicht König) und Sie werden sich heftige Schimpftiraden und Forderungen anhören müssen. Bitte versuchen Sie in diesem Fall nicht, den Fehler mit einem falschen Verhalten des Kunden zu erklären (selbst wenn dies zutreffen sollte). Betonen Sie zunächst, wie wichtig Ihnen eine gute Beziehung mit dem Kunden ist und zeigen Sie Ihre Bereitschaft, einen Fehler sofort zu beheben.
Wenn der Käufer mit seinem unsachgerechten Umgang diesen Fehler zu verantworten hat, können Sie das anschließend vorsichtig und diplomatisch thematisieren.
Konflikte in Asien: Zusammenarbeit mit Kollegen
„Die kapieren einfach nichts!“. Vielleicht haben auch Sie sich schon öfter über die (scheinbare) Begriffsstutzigkeit Ihrer asiatischen Kollegen beschwert. Und da rutscht uns dann schon manchmal eine offene Kritik -„Warum verstehst du das nicht? Das habe ich dir jetzt schon zehn Mal erklärt“ – heraus. Diese Aussage ist für unsere asiatischen Partner eine tiefe Kränkung und ein Gesichtsverlust.
Sie sollten sich jetzt auf jeden Fall entschuldigen – aber bitte auf ein „Klärungsgespräch“ verzichten. Sie müssen jetzt etwas tun. Vielleicht wissen Sie, womit Sie Ihrem Kollegen eine kleine Freude machen können (Mag er Gummibärchen? Oder laden Sie ihn zu einem Bier oder sogar einem Essen am Abend ein). Aber bitte thematisieren Sie den Anlass nicht noch einmal.
Und damit Ihr Kollege einen Arbeitsschritt wirklich versteht, sollten Sie ihm diesen kulturangepasst erklären. Wie das richtig und erfolgreich geschieht, verrate ich Ihnen gerne im Rahmen eines Firmenseminars.
Generell gilt: „Ein offenes Wort…“
…zur rechten Zeit, erhöht in Asien nicht die Gemütlichkeit.“ Im Gegenteil: Die direkte, offene Anklage wirkt oft wie ein Brandbeschleuniger. Vermeiden Sie direkte Anschuldigungen – auch in schweren Konfliktfällen (Ihr Mitarbeiter hat Sie betrogen, Geld unterschlagen etc.). Wir müssen hier indirekter, diplomatischer vorgehen. Und auch für diese Fälle biete ich mich als externe Feuerwehr und Unterstützung an.
Konflikte in Asien: Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Sieger
Auch wenn Ihnen ÜBERHAUPT nicht nach Lachen zumute ist: Bewahren Sie vor allem in einer angespannten Konfliktsituation die Ruhe. Lächeln Sie. „Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Sieger“ heißt es in Asien. Ein freundliches Gesicht ist immer auch eine Art Maske, die die eigenen Gefühle verbergen soll. Und diese lächelnde Maske ist das Zeichen eines gebildeten Menschen, der seine Selbstbeherrschung auch in Krisensituationen bewahrt.

Trackback from your site.

Leave a comment